in: mannaz • am: 2009-01-11
 


während die einen sich noch hoch philosophisch mit der frage beschäftigen, ob das microblogging das gute alte bloggen verdrängt, ja dadurch das blog als solches der aussterbenden art angehört, machen sich auf der anderen seite einige daran, beide publizierungskonzepte mehr und mehr zu vereinen.

schon recht früh in der zeit von twitter sind auch erweiterungen für blogsysteme entstanden, die zumindest in die eine richtung funktionierten. so wurden viele plugins (gerade für wordpress) geschrieben, die zB das melden von neuen beiträgen in twitter beitrugen. sinn und unsinn solcherlei aktionen sei mal außen vor gelassen; wobei ich durchaus auch die meinung vertrete, dass twitter nicht als feed-ersatz herhalten sollte, viele fühlen sich wohl tatsächlich gestört, wenn jeder zweite tweet nur eine beitragsmeldung ist. klar, wozu hat mensch denn eigentlich den feedreader?!

wesentlich interessanter sind die entwicklungen der letzten tage: wordpress und twitter interagieren nun auch in die blogrichtung. sprich: wer nun einen beitrag referenziert, kann glück haben, dass dieser tweet auch als kommentar dort erscheint. das ganze nennt sich in anlehnung an track-/pingbacks ganz schlicht tweetbacks. leider wird dadurch das abkürzen problematisch, weil ja nun niemand weiß, ob mit “TB” das track- oder das tweetbacken gemeint ist. ;o)

wann erscheint denn nun so ein tweetback?

erstens muss das referenzierte blog diese funktionalität unterstützen. dafür gibt es für wordpress mittlerweile mehr als ein plugin. der artikel von pl0g.de stellt drei davon vor.

ich habe mich für jenes von yoast entschieden, da ich auch mit einigen anderen plugins von denen gute erfahrung gemacht habe (zB headspace). herunterladen kann mensch es hier, und dort gibt es eine gute (englische) anleitung zur nutzung.

ich hab es auch schon ein wenig getestet, es arbeitet recht gut und schnell[1]. für meine bedürfnisse musste ich jedoch einige kleine anpassungen am skript vornehmen, da ich zB den ausführlichen twitternamen etwas unschön fand[2].

zweitens muss das plugin ausreichend oder zumindest die häufigst genutzten URL-verkürzer unterstützen.

das yoast-plugin ist wohl deswegen zu empfehlen, weil es sehr viele kurzurl-dienste analysiert, aber sicherlich werden die anderen plugin-entwickler nachziehen und am ende wird nur der persönliche geschmack und der komfort entscheiden, welches plugin einjeder einsetzen wird.

was jetzt noch fehlt ist eine nahtlose integration für das direkte antworten auf den tweet im blog. so kann mensch hier nämlich zwei fliegen mit einer klappe schlagen: kommentare im blog und die @replies werden zeitgleich generiert. hier sind natürlich die entwickler und blogbetreiber gefragt, dass zB die login-daten der twitterer nicht missbraucht werden können, sonst wird wohl niemand auf einem fremden blog die reply-funktion nutzen wollen. gerade anfang des jahres gab es ja bei twitter schon das problem, dass accounts gehackt worden sind, als auch eine suspekte seite, die login-informationen gesammelt und sehr wahrscheinlich auch missbraucht hat. jetzt ist der verlust eines twitter-accounts zwar sicherlich nicht lebensbedrohlich, kann aber sehr wohl der eigenen (web-)reputation abträglich sein.

ich werde in kürze eine @reply-url einbauen. damit kann jeder, der ohnehin schon bei twitter eingeloggt ist, zumindest sich einiges an tipparbeit ersparen. wer sich einmal den link hinter dem jeweiligen reply-icon angeschaut hat, sieht recht schnell, dass das zusammenbasteln ziemlich einfach ist.

so kann zwar schon einmal auf den twitterer geantwortet werden, aber im blog taucht das dann nicht mehr auf.

um wieder zum eigentlichen thema zurückzukehren: ich finde diese entwicklung — blogging meets microblogging — echt nicht verkehrt, da beide seiten zugewinnen. für welche hauptsächliche oder alleinige publikationsart mensch sich auch entscheidet, der schritt zur anderen seite der kommunikation ist nun näher als zuvor. ich wünsche euch jedenfalls viel spaß beim tweetbacken!

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  1. geschwindigkeit ist hierbei relativ. die tweets müssen ja irgendwie erstmal analysiert und gesammelt werden. []
  2. twitterkurzname und in klammern der ausführliche; hängt damit zusammen, dass das yoast-plugin die entsprechenden tweets aus dem atom-feed der suchergebnisse filtert. dieser feed hat jedoch immer den kompletten twitter-namensblock. andere plugins nutzen die JSON-ausgabe der twitter-suche, welche wesentlich besser und sauberer die erforderlichen daten anbietet. vielleicht verändert yoast das noch im laufe der zeit. []

.schon einmal wat dazu jesacht:

  1. Susanne brabbelt:

    Auch ich muss immer öfter feststellen, dass sich die Leute aus den Blogs zurück ziehen und in den Twitter wandern. Aber Warum? Diese Frage stellt sich mir doch schon. Denn ich finde es nicht klug. Twitter ist für mich mehr ein Chat als ein Blog. Vor allem die begrenzte Anzahl der Zeichen stört mich sehr. Ich finde, dass ein richtig guter Blog um einiges besser ist als dieses Twitter Gehabe. Ich bleibe bei den Blogs. Und hoffe, dass dies viele User so sehen.

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