in: mannaz » innere welten • am: 2008-06-12
 


diese frage stellen sich — besonders (aber nicht nur) heterosexuelle — viele menschen (wissenschaftler/wissbegierige/ratlose). konkrete und verifizierte antworten gibt es eigentlich nicht. alles ist mehr theorie, kaum bis gar nicht belegt.

für schwule und lesben (und einfach alle queers mit ihren unterschiedlichen ausprägungen) dürfte es mehr ein segen sein, dass mensch eben nichts wirklich darüber weiß.

doch ich denke, es könnte für alle auch ein segen sein, wenn eine zufriedenstellende antwort gefunden würde. natürlich kann sich das auch als fluch herausstellen, so sicher bin ich mir da noch nicht.

zufriedenstellend wäre — aus meiner sicht — eine these, die belegt, dass der ursprung der homosexualität in der biologie zu finden ist. dass es solche ansätze gibt, kann mensch unter anderem auch auf dem spreeblick lesen.

meine gedanken zu der biologischen begründung:

irgendwo habe ich schon einmal eine theorie gelesen, die versucht zu erklären, dass homosexualität etwas biologisches ist. leider finde ich diese seite nicht mehr, auf die ich mich grad stützen wollte, aber der geneigte und interessierte leser dürfte durch reichlich recherche genügend quellen zu dem thema finden.

wie mensch weiß, ist homosexualität auch im tierreich verbreitet, und das gar nicht mal zu wenig.

dass es dabei sich kaum um eine evolutionäre idee von der natur handelt, mag ich nicht bezweifeln. aber der grund könnte in einem anderen plan liegen.

vielleicht dachte sich mutter natur ja einfach schwule und lesbische tierchen aus, um zB etwas in der fortpflanzung und in populationsgrößen einzugreifen. wie wir alle wissen, können ja sehr nachwuchsfreudige arten schnell überhand nehmen, besonders dann, wenn es kaum fressfeinde gibt. der mensch zählt meiner meinung nach unbedingt dazu. immerhin steigt die weltbevölkerungszahl weiter an.

und da wir menschen auch noch so hyperintelligent sind, und uns auch gegen allerlei krankheiten und viren und bakterien und sonstwie lebensverkürzenden maßnahmen erwehren, haben wir der natur eh schon ein schnippchen geschlagen.[1]

wenn wir nun weiterspinnen und uns überlegen, ob homosexualtität nicht auch als regulator/korrektiv (sucht euch ein schönes wort aus) in dem großen plan der natur eingebaut wurde, müssen wir auch zu dem schluss kommen, dass da wohl — oftmals leider — etwas schiefgelaufen ist.

unterstützend kommt ja hier hinzu, dass zB bei dem text, der auch via spreeblick verlinkt ist, genannt wird, dass mit jedem weiteren (männlichen) nachkommen, die chance steigt, dass dieses schwul wird. (warum wurde das eigentlich noch nicht ausreichend für die lesbische fraktion geklärt? denn im umkehrschluss müsste das bedeuten: je mehr ältere schwestern frau hat, desto wahrscheinlicher ist diese lesbisch, oder?)

bei statistischen erhebungen, die alle eine quote von rund 2 bis 6 prozent prognostizieren, ist das wohl alles ein wenig zu mau. eigentlich müssten wir viel mehr homosexuelle menschen haben, um genügend ausgleich zum wachstum zu haben — schwule und lesben würde es sicher freuen.[2]

irgendwo in irgendwelchen studien soll homosexualität auch einen sozialen aspekt haben. welchen, weiß ich gar nicht mehr, irgendwas zwecks revier und hierarchie. ist aber für meine gedanken hier eh irrelevant.

viel interessanter fände ich eine untersuchung, die meine gedanken ein wenig unterstützen. schön fände ich es ebenso, wenn irgendwer dieser naturburschen der unis mal dahingehend forschen würde, ob sich homosexualität wirklich auf population und fortpflanzung auswirkt. dann auch wie und warum.

ich möchte jedenfalls nicht, dass die erkenntnis gewonnen wird, homosexualität wäre ein gendefekt — das wäre zu traurig für mutter natur. es hätte sich dann wohl auch kaum so lange gehalten, oder?

meine größte angst hierbei ist, dass die genforschung soweit voran schreitet und die gesetzgebung in diesem bereich immer lascher wird, dass wir wie in “brave new world” (von a. huxley), nur mit halt noch mehr gentechnik/-manipulation, leben werden. wobei dann das ausmerzen von homosexualität wohl mitunter das geringste übel wäre. aber es wäre eines!

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  1. manche tierart kompensiert das problem unter anderem mit reichlich nachwuchs je schwangerschaft. dabei muss ich grad zu unseren ratten schielen, die es ja in kürzester zeit zu großen rattenscharen bringen. []
  2. vielleicht liegt es eben daran, dass wir nicht mehr allzu viele kinder in die welt setzen? []

.schon 5 mal wat dazu jesacht:

  1. thursa brabbelt:

    Ich finde das in dieser Statik und Trennschärfe problematisch. Zur Erinnerung: den Begriff “homosexuell” gibt es erst seit dem 19. Jh. und als Identität, nicht als Verhalten begriffen wird das auch noch nicht so lange (Ende 19. Jh., IIRC). Es gibt genug Menschen, die eine Zeitlang homo leben und sich irgendwann Richtung bi entwickeln (oder umgekehrt), die sich als bi definieren, aber langjährige monogame Partnerschaften mit einem Menschen des gleichen Geschlechts haben, die eine lange heterosexuelle Vorgeschichte haben und mit 50 ihr Coming Out… Mit Transsexualität und transgender fange ich jetzt gar nicht erst an! (Da muß man m.E. auch sehr differenzieren, denn das eigene Geschlecht begehren bedeutet nicht zwangsläufig, die Geschlechterrolle für sich infrage zu stellen – darauf poche ich.)Ich würde sagen: im Tierleben gibt es das als natürliche Varianz. Tiere pappen sich kein Etikett auf, die machen einfach, was sie wollen. “Homosexuelles Verhalten” ist ja nicht zwangsläufig lebenslang und ausschließlich – nur dann, wenn es das ist, beißt es sich mit Fortpflanzung.Ich finde also, diese ganze Diskussion geht an der Sache vorbei, solange sie sich auf Geschlecht und sexuelle Orientierung als etwas feststehendes und sauber abgrenzbares bezieht. So einfach ist das Leben nicht.LGthursa

  2. -aki brabbelt:

    am begriff würde ich mich eh nie festnageln wollen, da hat der mensch eh viele davon erst spät geprägt und/oder umgedeutet.

    die statik kommt hier nur zustande, weil ich meine gedankenkette auf den verlinkten beitrag aufgebaut habe. und die ging ja vom biologischen erklärungsmodell aus. ich habe halt nur weitergesponnen und ausgebaut.

    das dies als sehr einseitig betrachtet werden kann ist mir schon klar. ich wollte nur ohnehin einen kleinen blickwinkel abbilden. erschöpfend kann ich das thema in einem beitrag eh nicht. und ein ganzes blog damit aufziehen ist nicht meine stärke. da fehlt mir sowieso die nötige objektivität.

    das die gesamte genderthematik zudem sehr kurz kommt, ist klar. aber ich denke, die gesellschaft hat ja schon an der simplen homosexualität zu kämpfen …

    vielleicht ist es wirklich gut, dass keine ent- und allgemeingültige antwort gefunden worde und gar gefunden wird. das habe ich ja zu anfangs schon erwähnt.

    aber danke für deinen beitrag.

    meinst du, ich sollte die beiträge (inklusive meinen) mal in die gruppe stellen? so zur weiteren diskussion in unserem kreis?

  3. thursa brabbelt:

    In die Gruppe? Auf jeden :) Ok, mit der öffentlichen Diskussion hast Du recht – mit Fluidität und Begriffskritik sind ja auch schon viele Homosexuelle überfordert. Kann auch politisch schwierig werden, eine Identität, für die man Respekt einfordert, zu dekonstruieren.Und ich selber als Wesen, dessen erotisches Begehren  (erfahrungsgemäß) nahezu 100%ig auf Frauen gerichtet ist, finde das auch nicht ganz einfach. Viele Lesben (ich schließe mich – leidige Erfahrungen- nicht aus) kriegen ja schon Probleme mit weiblicher Bisexualität. Hier bei warumberlin hat’s einen sehr schönen Artikel dazu.PS. Ich finde diesen karierten Hintergrund anstrengend, so von der Lesbarkeit her

  4. -aki brabbelt:

    okay, ich werd das noch ordentlich zusammentragen und dann schmeiß ich das in die gruppe.

    hintergrund ist wieder entschärft. das waren nun schon mehr als 24 std. kroatisches karo. ^^

.angepingt von:

  1. wort-typo-spielerei | emblog
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