in: wurzelwerk » rund ums netz • am: 2008-08-23
 


[aus irgendeinem grund ist der artikel in den entwürfen gelandet und nie veröffentlich worden. heute damit nachgeholt, wenn auch schon ein paar tage zu alt.]

auf netzwertig.com gibt es einen recht interessanten artikel zu musik, kulturflatrate und netzneutralität. der autor marcel beschreibt dort, welche gefahren er sieht, wenn das netz mehr und mehr kommerzialisiert wird, angefangen bei der musikindustrie bis hin zum gesamten internet an sich.

die gefahr verhält sich so, wie mensch es in der politik schon so manches mal erlebt hat: ist erst einmal ein schlupfloch per gesetz geschaffen, ist der weg nicht weit, dieses für andere zwecke zu “missbrauchen”. (ich denke, dass gerade schon unsere deutsche geschichte hierfür einige beispiele parat hat, und aktuelle entwicklungen zu datensicherheit, datenschutz und die damit einhergehende einschränkung der informationellen selbstbestimmung wieder solche möglichkeiten gebieten. auch wenn das bundesverfassungsgericht hier einige steine in den weg gelegt hat.)

auch ich muss mir eingestehen — auch und gerade in bezug zum ersten kommentar zum obigen artikel –, dass ich kein befürworter einer kulturflatrate sein kann und will.

denn ich kann eben nicht jeden monat zusätzlich 30 bis 50 euro ausgeben allein für musik und ggf. video (der betrag summiert sich dann also sicherlich zu der gebühr, welche von der GEZ schon eingefordert wird). ich sehe mich hier ja dann sogar im zugzwang als benutzer, jeden monat musik und videos zu laden, damit ich auch etwas von der flatrate habe. dass ich schon heute niemals jeden monat solch eine summe überhaupt dafür aufbringe, spricht schon wohl für sich und damit gegen die kulturflatrate. warum sollte ich das also in zukunft wollen oder gar müssen?

sofern die nötige bandbreite des internetanschlusses gar nicht die möglichkeit lässt, dass die masse der bevölkerung überhaupt ein nutzen davon hat, sehe ich die kulturflatrate ohnehin als ad absurdum geführt. aber selbt wenn dies geschafft worden ist, mag ich mir die horrorszenarien erst gar nich ausmalen.

ich glaube, “kulturflatrate” ist auch nur ein euphemismus für “(die notwendigkeit [sic!] zur) totalüberwachung des gesamten internets”, nicht mehr und nicht weniger.

und überhaupt ist der begriff “flatrate” im deutschen schon recht überstrapaziert. ich weiß, pauschaltarif wäre zu lang (wäre aber wohl ein deutscheres wort — okay nicht werbewirksam genug).

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