Bloggen wird immer unwichtiger. Angeblich. So sagt Cem, der mit seinem Blogpost vor ca. 4 Tagen eine kleine Welle losgetreten hat.

Er hat aber wohl nicht ganz unrecht. Wer heute gehört/gelesen werden will, der muss auf Twitter, auf Facebook oder auf Google+ einen Marktstand aufbauen (andere sprechen von Mietwohnung, aber zur Selbstrepräsentation ist ein öffentlicher Stand eher geeignet). Auch ich bin da überall. Auch ich nutze diese Werkzeuge mehr und öfter als meine Blogs, auf denen ich wesentlich mehr schreiben wollte als ich nun an Freizeit zur Verfügung habe, da diese anderen Zeitkiller eben das tun, was sie tun. Zeit vernichten.

Es gab schon vor einiger Zeit Blogger und andere Netzmenschen, die behaupteten, es gäbe ein großes Blogsterben. Aber das ist wohl eher so ein pathetischer Ohnmachtsaufschrei, der auch schon wieder etwas verhallt ist.

Doch Blogsterben ist so nicht richtig. Es wird immer noch fleißig gebloggt. Ich merke nur, dass ich durch diese Social-Tools selbst weniger Blogs lese, leider. Die wenigen Blogs, die ich lese, sind auch fast nur Fachblogs, mein Interesse gilt ja der Ruby-Welt und alles was so an Software-Entwicklung herum spannend ist. Ab und an tauchen auch noch ein paar politische Blogs auf, die ich jedoch nur dann besuche, wenn ich z. B. im Vogelkäfig aus dem weißen Rauschen mal einen gut angeteaserten Link entdecke.

Meinen Feedreader habe ich schon vor ca. 2, 3 Jahren beiseite gepackt. Auch leider. Dabei waren sie vor Twitter und Facebook die Werkzeuge, die man als Blogger und Blogleser oft und gern genutzt hat(te).

Nun hilft alles Jaulen und Jammern und Heulen nicht, wenn wir, ihr, ich uns nicht ändern oder wenigstens wieder den Fokus auf unsere Lieblinge setzen.

Mein Trend also für 2012: Ich will und muss mehr bloggen!

Twitter-Nachrichten sind zu kurzlebig und gehen im Massenstrom auch einfach zu schnell unter.

Facebook ist so ein Kontakteverwaltungsinstrument mit Features wie Twitter. Wer mit vielen “befreundet” ist, liest auch nicht mehr alles und jeden (und FB filtert auch gern einmal, so dass man gar nicht alles sofort sieht, was passiert).

Google+ ist zwar ganz nett gemeint, aber einen echten Mehrwert habe ich für mich dort noch nicht entdeckt. Einige Eingekreiste scheinen mittlerweile hier einen Ersatz zum eigenen Blog gefunden zu haben, aber es fühlt sich für mich noch immer etwas seltsam an.

Was bleibt: das eigene Heim im Netz.