Volkskrankheit WM-Fieber
Wir stellen gerade gemeinschaftlich fest, dass dieses Jahr wieder der Hype um die Fußball-Weltmeisterschaft riesig ist, und gefühlt ist es noch extremer als vor vier Jahren WM und vor zwei Jahren EM.
Besonders schlimm ist die Tatsache, dass echt jede Site, Community und Sonstwas-Ich-mach-was-im-Web auf diesen Zug aufspringt.
Twitter hat ein Worldcup-Special eingebaut: ab sofort sieht man hinter WM-relevanten Hashtags wie #worldcup und die Länderkürzel (z. B. #ger für Deutschland) kleine Grafiken (Fußball bzw. die Landesflagge).
Beispiel-Tweet meinerseits (http://twitter.com/asaaki/status/15923364476):
Selbst so seriöse Plattformen wie XING können sich dieser Entwicklung entziehen und verzieren die Seite mit einem mehr oder minder schönen Fußballfeld-Rasen:

Chicer Rasen und natürlich das obligatorische Tippspiel zur WM
Netterweise darf man auch diesen Hintergrund aber auch ausblenden:

Wie man sieht, gibt es noch eine weiter Pestilenz im WWW: die Millionen, Milliarden, Myriaden von WM-Tippspielen weit und breit. Irgendwer twitterte es schon mal, ich wiederhole es gern: Wenn ich an jedem mir vorgeschlagenen Tippspiel zur WM teilnähme, würde ich den ganzen Tag nichts anderes mehr machen als zu tippen. Na Danke, das fehlt mir noch.
Auch unsere Freunde beim großen bunten G und deren Ableger machen uns Freude mit der FIFA WM:

Auch Google läutet die WM auf ihrer Startseite ein — ja, ja, das Fieber halt …

… und selbst Youtube darf nicht fehlen, immerhin ist Fußball ja ein Bewegbild-Erlebnis
Sicherlich gibt es noch viel mehr und schönere wie auch hässlichere von diesen Wir-machen-jetzt-WM!-Seiten, aber alle aufzuzählen und zu zeigen wäre echt zuviel des Guten.
Weiterhin sei erwähnt, dass auch im sozialen Bereich wieder ein Wort durch die Gegend geistert, dass einem schon schlecht werden kann: Public Viewing!
Das öffentliche Schauen, im Freien oder in Lokalen oder anderen Großeinrichtungen, gemeinsam mit Freunden und Bekannten oder gar gänzlich Unbekannten — all das ist jetzt wieder einmal Mode.
Was ist eigentlich mit unserer Fanmeile? Alles in Berlin abgesperrt? Massen in der Hitze am Saufen und Gröhlen und Feiern?
Auf Arbeit wird schon der Beamer aus dem Konferenzraum getestet, ob damit auch das Fußball-Vergnügen in der Firma möglich ist; Spiele beginnen ja bereits gegen 16:00 Uhr, wo einige ja noch schuften müssen.
Vor vier Jahren war ich ja auch noch euphorisiert, aber diesmal ist mir vieles egal und anderes nervt nur noch. Eventuell erblüht die Begeisterung ja noch, wenn unsere deutsche National-Elf die Gruppenphase heil übersteht und mehr als nur ein Achtelfinale in Sicht ist. An ein Finale mag ich noch nicht so recht glauben, aber ich kann mich irren (wie es beim ESC mit der Lena auch passiert ist).
Und was macht ihr so die kommenden 30 Tage? Soll ich vielleicht auch mein Blog mit WM-tauglichen Bild-Devotionalien schmücken?
— Autor:

Mein Blog ist zumindest diesen Sommer fußballfreie Zone.
Und was ich sonst so mache… genauso medienabstinent wie sonst leben (mit Ausnahme des www), digitale Info gnadenlos filtern, die Zeit nutzen, um weiter nerdigen Kram zu lernen – hm, vielleicht auch die eine oder andere Rezi von der epischen Liste(tm) schreiben – und warten, bis der vom Fußballfieber befallene Teil meines Bekanntenkreises wieder genesen ist. So der Plan.
Hm, irgendwie wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, so etwas wie Twitter-Fasten zu machen. Siehe hier bei Luca, der das knallhart durchgezogen hat. Eigentlich müsste man aber den Begriff Social-Media-Fasten prägen, da Twitter allein als Ausschluss nicht reicht.
Fußballfreie Zone: War mein Blog nicht einmal vor zwei Jahren, wenn ich mich recht entsinne (mal im Archiv-Blog stöbern). Aber Fußball-Lästern ist ja auch eine Art Beschäftigung. ;o)