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Von Flöhen und Trödel

Menschen besaßen schon immer Sachen, die sie nicht brauchten, oder mehr gebrauchen konnten oder fehlgekauft war oder oder oder …
Nun kann man einfach die Dinge wegschmeißen, was schade wär, oder man gibt sie jemandem, der es tatsächlich braucht.
Manch einer mag es verschenken, ein anderer lieber verkaufen. Ganz egal wie, es gab schon immer einen Markt für Gebrauchtes, Nicht-Gewolltes oder Liebschaften aus zweiter Hand.

kleinanzeigen-teil in einer zeitung

Anfangs hat der Mensch sich ja noch in der Realität getroffen. Die Flohmärkte existieren ja immer noch. Zum Beispiel ist einer in meiner Nähe, nämlich am Ostbahnhof. Bekannt ist auch der Kunst- und Antikmarkt an der Straße des 17. Juni. Da hat sogar schon meine Mamutschka ihr Glück versucht, mit mäßigem Erfolg, wenn ich mich recht entsinne. (Zu finden als Berliner Trödelmarkt; eine Seite, die ich aber in der Aufmachung auch sehr mittelprächtig empfinde.)

Friedrichshainer sollten einfach einmal das RAW-Gelände besuchen (RAW Flohmarkt, siehe hier), Prenzelberger und Weddinger werden wohl den Flohmarkt am Mauerpark kennen (die haben auch eine sehr schöne Site ;o). Und wer wissen will, ob und wo es einen Trödeltrupp in der eigenen Nähe gibt, schaut z. B. hier bei qype nach.

Wem nun aber das ganze Rumgelaufe auf einem Gelände voller Müll und Tinnef und Kitsch zu doof ist, oder einfach keine Lust hat, das Haus zu verlassen, verlässt sich ja eher auf andere Mittel und Medien.

In den 90ern war es bei uns sehr beliebt, den Kleinanzeigenteil der Tages- oder Wochenzeitung durchzublättern, ja sogar eigene Totholzprodukte wie die Zweite Hand sind aufgelegt worden. Was haben wir immer gesucht, telefoniert, weitergesucht, wieder telefoniert, frustiert, justiert, und eventuell am Ende das Gewünschte zum akzeptablen Preis erhalten. Doch dann kam irgendwann das Internet …

… und machte alles einfacher, und leichter, und schneller, und unkomplizierter.

Naja, es stimmt schon irgendwie. Also so unkompliziertes und günstiges Einkaufen im Gebrauchtbereich hatte ich vorher so noch nie gesehen. Interessant war daran, dass alles mit Auktionshäusern wie eBay und Ricardo. Mittlerweile gibt es einige mehr, und selbst der Zoll hat eine Online-Auktionsplattform gestartet.

Lustigerweise hatte das aber nix mehr mit den Kleinanzeigen von früher zu tun, obwohl doch, beliebt war ja schon immer das Preissystem Verhandlungsbasis, und der Verkäufer hat sich ja dann immer noch jemanden aussuchen können, der bereit war, das zu zahlen. Andererseits hatter der Käufer ja immer noch die Chance, bei nicht nachgefragten Artikeln den Preis wieder zu drücken. Online geht das mit dem Auktionsmodell natürlich einfacher.

Was ich noch viel interessanter finde, ist die Tatsache, dass z. B. eBay weiterhin einen Platz für Kleinanzeigen hat. Ich habe schon mit Freunden und Bekannten philosophiert, was der Grund sei und wie sie das finanzieren. Nun ist mir die Idee gekommen, dass das ohnehin hauptsächlich durch die Auktionsplattform abgedeckt ist und durch Werbung. In den Nutzungsbedingungen steht auch etwas von Gebühren in besonderen Fällen/Kategorien. Meine bessere Hälfte hatte schon hypothetisch die Trennung von Privatanbietern (→Kleinanzeigen) und Kaufleuten (→Auktionen) vorgenommen, aber das mag ich so recht nicht glauben, dass eBay das will. Aber der Gedanke ist nicht verkehrt.

Wenn man sich überlegt, dass es viele 1-Euro-Auktionen gibt, die auch als solche beendet werden, ist das für den Verkäufer mit Verlaub Shice! Durch die Kleinanzeigen-Sektion gibt man das alte Gefühl zurück, wieder etwas mehr Herr des Preises zu sein, VB kann man ja immer noch reinschreiben, wenn man sich nicht sicher ist oder es unbedingt loswerden will.

Eigentlich kann das Fazit für private Verkäufer nur noch lauten: Entweder man ist mutig und schmeißt die Artikel in Auktionen oder man geht den etwas risikoärmeren Weg und stellt es als klassische Kleinanzeige zum Festpreis ein.

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asaaki (Christoph Grabo)

Jahrgang 1982, brandenburgischer Berliner, Netzkosmopolit, Bitwanderer

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Nicht fundiert, wenig recherchiert, aber gewiss mit großer Klappe dabei!
Themenvielfalt von Internet, Web 2.0 und spätere Versionen, digitales Leben; Netzpolitik und manchmal auch Realpolitik & andere Horrormärchen; Gedanken, Ideen und sonstiger Seelenheil vernichtender Gedankenquark mit Kräutern & Pfeffer.

Meine Deutschlehrerin schrieb einmal unter einem Aufsatz: "Zu polemisch." — Das Leben allgemein betrachtet, denke ich, dass sie das wohl eher als Rat und Lob denn als Kritik meinte.

Lieblingszitat: Wenn ich was Blödes höre, denke ich einfach nicht hin …

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